Vita-Cola

Als Wessi ist es bisweilen gar nicht so leicht, ins Mekka der Cola-Liebhaber zu fahren: Berlin. Nicht, weil die Mauer insgeheim wieder aufgebaut wurde, nein, allein weil es zu albern wirkt, allein der leckeren Vita-Cola halber eine solche Reise zu machen. Doch die Cola-Welt hat dies nun trotzdem getan und verkündet freudestrahlend: Köstlich!

Den Ossis dürfte dies alles relativ unspektakulär erscheinen. Kennt man hier die Vita-Cola doch schon seit 1958, als ein gewisser Oskar Heinicke seine Brause auf den Markt warf. Damals noch unter dem schwungvollen Namen „Brauselimonade mit Frucht- und Kräutergeschmack“ – ein zweifelsfrei sprachliches Verbrechen des real existierenden Sozialismus. Doch diese sperrige Bezeichnung hatte ihren Sinn: Vita-Cola wurde beim Patentamt als eine eigene Produktklasse geführt, die irgendwo zwischen Limonade und Cola rangierte und an eine Tradition anknüpft, die höchstens noch unsere Großeltern kennen: Spezielle Kräutersirup-Getränke aus dem Kolonialwarenladen.

Faktisch stimmte das zwar nicht, aber: Who cares? Und damit die Ur-Vita-Cola auch den Eindruck erweckt, sie wäre etwas gesundes (das waren diese Sirup-Mixturen angeblich) mengte man ihr massig Ascorbinsäure (Vitamin C) bei. Dies führte zeitweise sogar zu Lieferschwierigkeiten in der chemischen Industrie. Genossen, zur Flasche! Jedenfalls ist das der Grund, warum auch die moderne Vita-Cola noch immer einen Schuss Vitamin-C enthält.

Geschmacklich ist die Vita-Cola übrigens durchaus eine Sensation. Sie hat traditionell ein anderes Aroma als West-Cola, ist etwas herber und hat eine starke Zitrus-Note, die ein wenig an die Cola-Fläschchen aus der Haribo-Tüte erinnert. Vor allem im Abgang kommt diese Note zur Geltung und ist der Grund, warum die Cola Welt hier die Höchstpunktzahl vergibt. Wer indes nur den Zucker-Cocktail aus Atlanta gewohnt ist, könnte sich mit der Vita-Cola allerdings etwas schwer tun.

Geschmack: 10/10 Punkten
Prickeln: 6/10 Punkten
Koffein: k.A.
Kalorien: ca. 36/100ml
Coolness-Faktor: 100%